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 Der Begriff «Geistliche Gemeinschaften – Bewegungen»

(Aus dem Heft "CHRIST WERDEN – KIRCHE LEBEN – WELT GESTALTEN",  Abschnitt 6.)

Bei der lebendigen Vielfalt Geistlicher Gemeinschaften und Bewegungen ist jede Systematisierung schwierig und riskiert, an wesentlichen Gegebenheiten vorbeizugehen. Eine mehr äußere Unterteilung spricht von älteren und neueren, von größeren und kleinen, von mehr oder weniger organisierten Gemeinschaften. Zutreffender ist eine Unterscheidung in Geistliche Gemeinschaften einerseits und Bewegungen andererseits. Einige geistliche Aufbrüche verstehen sich nach den folgenden Definitionen sowohl als Geistliche Gemeinschaft wie auch als Bewegung.

 Geistliche Gemeinschaften

Ihre Mitglieder antworten auf den allgemeinen Ruf Gottes durch eine Bindung an eine Gemeinschaft. Sie sprechen von einer Berufung zu einer eigenen, speziellen Weise christlichen Lebens. In den einzelnen Gemeinschaften gibt es unterschiedliche Formen der Mitgliedschaft, die teils in einem Gelübde, einem Versprechen oder einer offenen Zugehörigkeit bestehen.

Die Gemeinschaften ermöglichen ihren Mitgliedern eine vertiefte religiöse Formung, die fruchtbar für das eigene Leben, für Kirche und Gesellschaft werden soll. Sie geben Zeugnis für die Vielfalt und den Reichtum christlicher Spiritualität.

 Bewegungen

Wesentliches Element von Bewegungen ist die Erfahrung von Gemeinschaft, die ohne formale Mitgliedschaft gelebt wird. Ihre Veranstaltungen stehen jedem offen. Es entstehen Beziehungen und Bindungen, die dem Wachstum des Einzelnen dienen. Die meisten Bewegungen haben zudem eine innere Kerngemeinschaft, die sie trägt.



 Die Begriffe «Initiativen» und «Werke»

Viele der Bewegungen und Gemeinschaften haben als Initiativen begonnen. In der geschichtlichen Entwicklung der Kirche erweckt der Geist Gottes neue Antworten auf die Nöte der Zeit und führt Menschen zusammen. Früher entstanden Ordensgemeinschaften, während in der neueren Zeit neben den Geistlichen Gemeinschaften und Bewegungen weitere Mitarbeiterkreise, Initiativen und Werke entstehen.

Bei Initiativen kann man als ein Unterscheidungsmerkmal feststellen, dass sie sich für bestimmte Personengruppen in ihrem missionarischen oder pastoralen Dienst einsetzen z.B.:

Jugendliche (Initiative Nightfever, LifeTeen),
Erwachsene (Wege erwachsenen Glaubens),
Mütter (Mütter hoffen und beten)

Bei Werken dagegen stehen mehr besondere kirchliche Aufgaben im Vordergrund, z.B.:
"Apostolische Gemeinschaft", "Kirche in Not", "Gebetsgemeinschaft für allgemeine Anliegen".


Die Merkmale von Initiativen und Werken sind in einer allgemeineren Form natürlich auch den Bewegungen und Gemeinschaften zu eigen, dort steht aber die besondere Bindung der eigenen Person – bzw. des Ehepaares oder der Familie – an die Gemeinschaft im Vordergrund.


 neuere Entwicklung zu «Netzwerken»

Netzwerke von Verantwortlichen schaffen eine lose Verbindung zwischen Gemeinschaften, Bewegungen, Initiativen, Werken, Bruderschaften (in der evangelischen Kirche): voneinander wissen, Wege miteinander teilen, Synergieeffekte ermöglichen bzw. stärken, sich gegenseitig ermutigen.

In der katholischen Kirche sind dies seit 1985 der nationale Gesprächskreis Geistlicher Gemeinschaften und kirchlicher Bewegungen (zum Selbstverständnis siehe Seite: Gesprächskreis GG ) und seit 2011 ein jährliches Treffen von Verantwortlichen auf Einladung von Bischöfen.

Ökumenisch haben sich über 250 Gruppierungen aus europäischen Ländern lose zusammengeschlossen zum Miteinander für Europa (siehe Seite: Netzwerke christl. Gruppen ).

Eine Chronik zur Vernetzung bietet: Franz-Adolf Kleinrahm, Familien mit Christus:
pdf Geistliche Aufbrüche in den Kirchen vernetzen sich